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Behandlung der Beschwerden

Die bereits bestehende Lungenerkrankung wird nach den Leitlinien der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) behandelt. Dabei gibt es verschiedene Bereiche:

Prävention
  • Nicht rauchen und Passivrauch vermeiden: Rauchen führt zu vermehrter Freisetzung des Enzyms neutrophile Elastase und kann somit die Schädigung der Lunge beschleunigen. Wenn Sie also Raucher sind, sollten Sie schnellstmöglich damit aufhören! Das Abgewöhnen ist sicher nicht einfach, aber Sie können es schaffen! Zu Ihrer Unterstützung gibt es Raucherentwöhnungsprogramme.
  • Schadstoffe vermeiden: Schadstoffe in der Luft belasten die Lunge und führen zu einer Verschlechterung der Lungenfunktion. Deshalb sollten sie von Alpha-1-Patienten, so gut es geht, gemieden werden. Tragen Sie unbedingt einen Atemschutz, wenn Sie an Ihrem Arbeitsplatz Staubpartikeln, Ruß oder Dämpfen ausgesetzt sind! Im Sommer ist es ratsam, bei hohen Ozonwerten lieber im Haus zu bleiben und sich körperlich nicht anzustrengen.
  • Atemwegsinfekten vorbeugen: Bei einer Infektion produziert der Körper vermehrt weiße Blutkörperchen. Um die Krankheitserreger zu bekämpfen, setzen sie das Enzym neutrophile Elastase frei. Deshalb ist es für Menschen mit Alpha-1 wichtig, Infektionen zu verhindern, zum Beispiel indem sie sich gegen Grippe und Pneumokokken (die häufigsten Erreger der Lungenentzündung) impfen lassen. Hilfreich ist es auch, öffentliche Verkehrsmittel oder Menschenansammlungen vor allem zur Grippezeit zu vermeiden. Beginnende Infekte sollten frühzeitig und konsequent behandelt werden, um eine Lungenentzündung zu verhindern.
  • Normalgewicht erreichen: Bei einem Alpha-1-Patienten ändert sich mit dem Verlauf der Krankheit die Atmung. Durch die überblähte Lunge fällt dem Patienten das Atmen schwerer und er nutzt zunehmend das Zwerchfell zur Atmung. Wenn man an Übergewicht leidet, steht das Zwerchfell höher. Die Lunge kann sich dann nicht so gut nach unten ausdehnen und das Atmen wird erschwert. Deshalb trägt Normalgewicht direkt dazu bei, dass Alpha-1-Patienten nicht noch mehr Probleme beim Atmen bekommen. Auch zu schnelles Essen oder große Portionen können zu einer stärkeren Belastung der Atmung führen.
  • Genetische Beratung: Durch eine Untersuchung des Erbguts kann das Vorliegen einer erblichen Veranlagung für Alpha-1 erkannt und eine Behandlung geplant und eingeleitet werden. Sprechen Sie dazu Ihren behandelnden Arzt an!

Weitere Informationen und Hilfen präventiver Maßnahmen finden Sie auch hier: 
Tipps für den Alltag.

Nicht medikamentöse Maßnahmen
  • Atemgymnastik und körperliche Bewegung: Atemtherapie und Lungensport können die Lungenfunktion verbessern. Für Patienten mit einer Lungenkrankheit ist es besonders wichtig, die für die Atmung relevanten Rücken- und Brustmuskeln zu stärken.
  • Sauerstofftherapie: Wenn das Lungengewebe soweit geschädigt ist, dass der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden kann, besteht die Möglichkeit, dem Körper Sauerstoff von außen zuzuführen. Sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt!
  • Lungentransplantation: Bei einer weit fortgeschrittenen Erkrankung kann eine Lungentransplantation notwendig werden.
Medikamente
  • Bronchienerweiternde Substanzen: Um die belastende und auch die anfallsweise auftretende Atemnot zu lindern, kann der Lungenfacharzt bronchienerweiternde Substanzen (sogenannte Beta-2-Sympathomimetika oder Anticholinergika) verordnen. Diese Medikamente werden als rasch wirkende Sprays (Dosieraerosole), durch Pulverinhalation oder über Inhaliergeräte verabreicht und lösen die Verkrampfung der Bronchien.
  • Glukokortikoide: Im Verlauf der Erkrankung kann der langfristige Einsatz von Glukokortikoiden erforderlich werden, um zum Beispiel Entzündungen zu hemmen. Oft reicht es, den Wirkstoff zu inhalieren. Er wirkt entsprechend nur in den Atemwegen und hat kaum Nebenwirkungen. Bei akuten Verschlechterungen der Atemwegserkrankung können Glukokortikoide auch in Tablettenform gegeben werden, um im gesamten Körper zu wirken.
  • Antibiotika: Die Anwendung von Antibiotika kann erforderlich sein, um Infektionen zu behandeln.